| 1. Ich möchte gern Instrumente oder Bogen Probespielen |
Geige24 bietet Ihnen neben dem weltweiten Versand auch Büroräume in dem wir Sie gerne ausführlich beraten. Hier können Sie in aller Ruhe Instrumente und Bögen ausprobieren und in unserem Angebot stöbern.
Sie finden uns in Neumarkt/OPf.. Das liegt zwischen Regensburg und Nürnberg. Wir würden uns sehr über einen Besuch von Ihnen freuen.
Die Anfahrtsbeschreibung von Geige24 finden Sie hier: http://www.geige24.com/geige24-neumarkt/geige-neumarkt.htm.
Da wir oft für unsere Kunden unterwegs sind, bitten wir Sie vor Ihrem Besuch mit uns einen telefonischen Termin zu vereinbaren (Tel 09181 - 3960).
Für den Fall, dass Ihnen eine Anreise zu weit erscheint, kann ich Ihnen noch eine weitere Möglichkeit vorschlagen, die vielleicht für Sie interessant ist:
Sie suchen sich die Bögen bzw Instrumente aus unserem Angebot unter www.geige24.com aus und wir schicken sie Ihnen in einer Ansichtssendung gegen eine Sicherheitskaution zum Probespiel zu.
Wir freuen uns auf Ihren Anruf: 09181 - 3960. Dann besprechen wir alles.
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| 2. Wie kann ich meine Geige stimmen? |
Die Geige / Violine ist eine viersaitiges Streichinstrument. Wenn der Hals der Geige (Griffbrett) oben ist und man sie von vorne betrachtet
hat man die Saiten (von links nach rechts): G - D - A - E
Wobei die G-Saite die vom Ton her tiefste Saite und die E-Saite die vom Ton her höchste Saite ist.
Die korrekte Schreibweise der Töne sieht so aus: g - d' - a' - e''
Allgemeine Tipps zum Thema Geige stimmen:
Die Tonhöhe wird durch die Spannung der Saite bestimmt. Um so stärker die Saite gespannt ist, umso höher ist der erklingende Ton. Jede Geige hat zum Verändern oder Stimmen der Saiten Wirbel. Diese sind am Ende des Griffbrettes oben im Wirbelkasten. Ist der Ton also zu tief so muss die Saite durch drehen des Wirbels mehr gespannt werden, ist er zu hoch, dann muss die Spannung durch Drehen des Wirbels etwas gelockert werden. Die letzte Bewegung des Wirbels zum Stimmen der Saite sollte eine Aufwärtsbewegung sein, dadurch hält die Stimmung besser. Sollte der Wirbel sehr schwer gehen, dann können Sie ihn vorher durch einige Bewegungen und leichtes Herausziehen lockern. Sollte er nicht halten, dann beim Drehen des Wirbels einen leichten Druck nach innen vornehmen, so wird er besser halten. Aber bitte immer mit Gefühl vorgehen, gerade bei kleinen Geigen (Kindergeigen) können sonst leicht Risse im Wirbelkasten entstehen.
Manche Geigen (besonders Schülergeigen) haben noch zusätzlich so genannte Feinstimmer an allen vier Saiten. Diese sind im Saitenhalter untergebracht. Dort kann man noch die letzten feinen Korrekturen vornehmen. Manchmal ist auch nur ein Feinstimmer an der E-Saite vorhanden.
Bitte gehen Sie beim Stimmen der Saiten mit dem Wirbel immer mit Gefühl vor, da eine Saite bei zu starker Spannung reißen kann. Beim Feinabstimmen mit den Feinstimmern im Saitenhalter bitte drauf achten, dass der Metallarm des Feinstimmers nicht in die Decke des Instruments bohrt. Dies kann sonst zu Schäden führen.
Beachten Sie bitte auch, dass eine Geige vor jedem Spielen gestimmt werden muss. Die Saiten verziehen sich relativ leicht. Bei neuen Saiten kann es sogar einige Zeit dauern, bis sie die Stimmung optimal halten. Hier muss dann alle paar Minuten nachgestimmt werden.
- Stimmgabel (nur für die A-Saite)
- Stimmpfeife (für alle Saiten)
- Elektronisches Stimmgerät (für alles Streichinstrumente und Gitarre)
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| 3. Mein Kind lernt Geige - Tipps für Eltern |
Eltern - Info
Die Geige erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Mit ihrer ca. 500 jährigen Geschichte darf man sie als das höchst entwickelte Instrument des Abendlandes bezeichnen.
Obwohl die Aufklärung immer besser wird, steht man doch vor einem kleinen Problem, wenn man ein Instrument für einen Schüler aussuchen soll.
Folgende Themen werden kurz abgehandelt:
Welche Anforderungen sollten auf jeden Fall erfüllt werden?
Altes oder neues Instrument?
Wo sollte eine Geige hergestellt sein?
Welche Violingröße ist angemessen?
Holzbogen oder Karbonbogen?
Was gehört zu einem Komplett-Set?
Welche Anforderungen sollten auf jeden Fall erfüllt werden? Das Instrument sollte gut klingen. Eine schrill oder dumpf klingende Geige motiviert nicht zum Üben. Für den Klang ausschlaggebend ist die Qualität der Verarbeitung, der verwendeten Materialien aber auch die der Saiten. Am besten eignen sich moderne Kunststoffsaiten. Sie sprechen gut an, lassen sich leicht greifen, sind leicht stimmbar und klingen gut. Weniger geeignet sind dagegen Stahlsaiten. Sie sind schwer zu greifen und schwierig zu stimmen.
Die meisten Geigen, die massiv gebaut sind und richtig eingestellt sind klingen gut. Bei älteren Violinen sollte man darauf achten, dass keine offenen Stellen da sind, wie z. B. Risse oder Ablösungen der Decke oder des Bodens, da solche Schäden den Klang negativ beeinflussen.
Die Geige sollte in ihren Abmessungen bestimmte Kriterien erfüllen. Für eine 4/4 - Geige bedeutet das z. B.: Korpuslänge 35,5 bis 36,0 cm, Halslänge 13,0 cm und der Abstand der Oberkante des Korpus neben dem Hals gemessen bis zur Kerbe des F-Lochs 19,5 cm. Diese Maße entsprechen dem modernen Geigenbau und werden von jedem Lehrer akzeptiert.
Die verwendeten Materialien sollten abgelagert sein. Das ist besonders für das Fichten- und Ahornholz wichitg. Instrumente die aus nicht abgelagertem Material gebaut werden neigen dazu, Risse zu bilden oder sich zu verwinden. Die Lackierung sollte möglichst auf Alkoholbasis sein. Andere schnelltrocknende Lackiertechniken wie z. B. Nitrolacke können zum Abblättern des Lackes führen.
Altes oder neues Instrument? Neue Geigen sehen in der Regel gut aus und haben keine Abnutzungserscheinungen. Es spricht auch sonst nichts dagegen, ein neues Instrument anzuschaffen. Der Mythos, das alte Geigen immer besser klingen ist schlichtweg falsch. Im Preis-/ Leistungsverhältnis bezahlt man momentan für eine gut klingende alte Geige mehr als für eine neue. Beim Kauf alter Instrument sollte man sehr darauf achten, nicht eine Ruine zu erstehen, die vielleicht von außen ganz gut aussieht, aber deren Reparaturkosten ihren Wert bei weiten übersteigen würde. Hier ist der Geigenkauf natürlich auch wieder Vertrauenssache, da man unmöglich alle Fallstricke kennen kann. Für fortgeschrittene Schüler mag eine alte (mit alt ist eine über 80 Jahre alte Geige gemeint) interessanter sein. Für viele ist es faszinierend einen gewissen auch historischen Bezug zu ihrem Instrument zu haben, der sich auf die Spielweise inspirierend auswirkt.
Wo sollte eine Geige hergestellt sein? Im Grunde genommen ist nur wichtig, dass es sich um gute Qualität handelt. Der Herstellungsort ist dafür nicht (mehr) so entscheidend.
Welche Violingröße ist angemessen? Hier kommt es in erster Linie auf die Größe des Kindes bzw. die Länge der Arme an und weniger auf das Alter. Bei einer Armlänge gemessen bis zur Mitte der Handfläche ab 60 cm empfiehlt sich eine 4/4 - Geige oder auch ganze Geige genannt. Dies ist die normale Instrumentengröße. Unter 60 cm bis ca. 55 cm ist eine 3/4 - Geige die bessere Lösung. Sie ist insgesamt etwas kleiner und daher leichter zu handhaben. In weiteren 5 cm - Schritten kürzere Armlänge bietet sich dann eine 1/4 bzw. 1/2 - Geige an. Da der Mensch zum Glück nicht genormt ist, sollte man sich hier vorzugsweise auch mit dem Lehrer abstimmen.
Holzbogen oder Karbonbogen? Als einfache Faustregel: Lieber einen Karbonbogen als einen schlechten Holzbogen. Ein Karbonfieberbogen z. B. von Carbondix *** liegt in der Spielbarkeit und den anderen Qualitäten wie Spannkraft der Stange, Balance usw. in der Kategorie ab 600 Euro für einen Fernambukbogen. Deshalb kann man diese Art Bogen wirklich für Schüler empfehlen. Viele Profi - Musiker spielen ihn als Zweitbogen und sind von der Qualität begeistert. Wir empfehlen besonders CARBONDIX***. Dieser Bogen erfüllt die oben beschriebenen Voraussetzungen und ist bereits ab 99 Euro für Violine erhältlich. Hier können Sie sich Ihn ansehen.
Später mag es ähnlich wie bei den alten Geigen sein, dass ein kunsthandwerklich hergestellter Fernambukbogen mehr begeistert und mehr inspiriert als ein Industrieprodukt. Daher kann man sagen, dass die vom Bogenmachermeister kunsthandwerklich hergestellten Fernambukbögen nie aus der Mode kommen werden. Jedoch für den Anfänger und auch fortgeschrittenen Anfänger ist es schon eine Überlegung wert, auf einen doch sehr preiswerten Karbonbogen zurückzugreifen.
Übrigens, die Bogenhaare sind ein Verschleißteil und können ohne größere Schwierigkeiten ausgetauscht werden. Manchmal kann es auch günstiger sein, sich gleich einen neuen Bogen zu kaufen.
Was gehört zu einem Komplett-Set? Um sofort loslegen zu können benötigen Sie eine besaitete Violine, einen Streichbogen, Kolophonium, eine Schulterstütze und ein Etui zum sicheren Transport des Instruments. Wenn ein Bogen zum ersten Mal gespielt wird, ist er meist noch nicht einkolophoniert. Man muss dann die Bogenhaare mehrmals über das Kolophonium streichen, bis entsprechende Zugfähigkeit den Saiten gegenüber vorhanden ist. Dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen.
Massive Bauweise: bedeutet, dass die Decke aus echtem Fichten - Klangholz ist. Die Zargen sind bei massiver Bauweise aus Ahorn - Klangholz, ebenso der Boden. Der Boden kann einteilig oder zweiteilig sein. Die Decke und der Boden sollte ausgearbeitet sein. Das heißt die Wölbung und die Form sind durch Ausarbeitung aus einem massivem Holzstück erreicht worden und nicht etwa durch Pressen des Holzes. Massive Bauweise ist auch der Gegensatz zu Sperrholz oder furniertem Sperrholz. Hierbei handelt es sich um absolute Billigware, an der man wenig Freude haben wird.
Richtige Einstellung: der gute Klang eines Streichinstrumentes wird stark beeinflusst von der Beschaffenheit und Stellung des Steges und der Beschaffenheit und Stellung der Stimme. Die Stimme ist ein kleines Holzstäbchen das unter dem rechten Stegfuß zwischen Decke und Boden geklemmt ist. Das Zusammenspiel des Steges und der Platzierung der Stimme sind wesentlich für die Klangentwicklung. Die Einstellung oder Abstimmung dieser Komponenten erfordert einiges Wissen, Erfahrung und Geduld.
Violingrößen: Die 4/4 Geige ist das Normalmaß. Daher sagt man auch ganze Geige dazu. Sie entspricht in den Abmessungen den oben beschriebenen. Darüberhinaus gibt es 3/4-, 1/2-, 1/4-, 1/8-, und 1/16 - Geigen. Diese sind in etwa proportional verkleinert und für Kinder in jüngerem Alter geeignet. Für Erwachsenen mit kleinen Händen gibt es gelegentlich auch 7/8 Geigen. Die etwaigen Korpuslängen sind bei 4/4 35,5 - 36,0 cm, 7/8 34,5 cm, 3/4 33,5 cm, 1/2 32,0 cm, 1/4 28,0 cm und 1/8 25,5 cm. Dazu gibt es selbstverständlich auch die passenden Bogen- und Etuigrößen.
Kolophonium: ist ein balsamartiges Naturharz aus dem Stamm der Kiefer, Fichte oder Tanne. Kolophonium ermöglicht den Bogenhaaren, die Saiten "mitzunehmen" bzw. zum Schwingen zu bringen. Kolophonium gibt es in vielen Unterschiedlichen Varianten von etlichen Herstellern. Jeder Streicher schwört in der Regel auf ein bestimmtes Produkt. Für den Anfang reicht aus, was in einem Geigenset enthalten ist. Später wird der Spieler dann sein Vorlieben entwickeln.
Schulterstütze: erleichtert die Haltung der Geige und ist bei den heutigen technischen Anforderungen unverzichtbar. Sie ist sozusagen ein Distanzstück zwischen der Schulter und der Geige/Bratsche, damit man das Instrument bequemer mit dem Kinndruck halten kann. So ist die linke Griffhand entlastet und kann sich frei bewegen
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| 4. Wie stellt man einen Steg auf? |
Der Geigensteg
Der Steg hat entscheidenden Einfluss auf den Klang des Instrumentes. Er ist mehr als ein Stück Holz. Der Steg muss individuell dem Griffbrett, der Wölbung, der Instrumentenart und der Spielerart des Musikers angepasst sein, um die idealen Voraussetzung für Spieler und Klang zu schaffen. Die Höhe, die Stärke und die Art des Holz spielt eine Rolle, da der Steg den Klang direkt auf die Decke überträgt.
Der Steg sollte ab und zu gerichtet werden. Die Saiten sollten sich nicht zu tief in den Steg einschneiden. Sonst kann eine schlechte Ansprache die Folge sein.
Stegrohlinge und Bearbeitungswerkzeug finden Sie im Geige-24-Shop
Mit folgenden wenigen Handgriffen können Sie den Steg selbst platzieren:
1. Drehen Sie den Steg so, dass die höhere Seite links ist.
2. Lockern Sie bitte die Saiten so, dass genügend Spielraum vorhanden ist, den Steg aufzustellen. Nehmen Sie nun die Geige so, dass der Wirbelkasten oben ist.
3. Setzten Sie den Steg auf der Höhe der F-Lochkerben auf.
4. Nun die Saiten vorsichtig spannen. Bitte dabei darauf achten, dass der Steg gerade stehen
bleibt und auch nicht in sich verbogen wird. Gegebenenfalls den Steg etwas aufrichten.
5. Nun können Sie die endgültige Stimmung der Saiten vornehmen.
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| 5. Bogenhaare Neubezug: Was kostet ein Haarbezug? Wer erledigt dies für mich? |
Neubehaarung eines Geigenbogen, Violabogen, Cellobogen, Kontrabassbogen
Je nach Spieldauer und -intensität sollten die Bogenhaare ungefähr alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden.
Unser Service: schicken Sie uns Ihre(n) Bogen für eine Neubehaarung mit echten mongolischem Rosshaar zu. Wir erledigen alles weitere für Sie!
Adresse: Geige24 Inhaber Benjamin Fastner, Wolfsteinstr. 57, 92318 Neumarkt
Fragen? Wir beraten Sie gern: 09181 3960
Jeder Bogenhaarbezug besteht aus echtem qualitativ hochwertigem mongolischem Rosshaar (Hengsthaar)
Haarbezug-Farbe:
Für Geigenbogen, Violabogen, Cellobogen in weiß, für Kontrabassbogen in weiß und schwarz erhältlich,
Geigenbogen / Violinbogen 49,90 €*
Bratschenbogen / Violabogen 55,90 €*
Cellobogen 59,90 €*
Kontrabassbogen / Bassbogen (schwarz o. weiß) 69,90 €*
*Preise inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten (innerhalb Deutschland 6,90€, AT,BE,NE,LUX 12,90€)
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| 6. Das Bogenharz / Kolophonium |
Kolophonium / Harz für Geigenbogen, Bratschenbogen, Cellobogen und Bassbogen
Begriff - Zusammensetzung - Wirkungsweise - Pflege
Dieses oft vernachlässigte, manchmal aber auch zur Philosophie hochstilisierte Material, das beim Kontakt von Saite und Bogenhaar erst einen hörbaren Ton ermöglicht, birgt so manches Geheimnis, das gelüftet werden will.
Seinen Namen verdankt es der antiken Stadt Kolophon in Kleinasien, in der es schon im Altertum in hoher Qualität hergestellt wurde. Nach neuer deutscher Rechtschreibung müsste es zwar „Kolofonium“ heißen, aber das altertümlich anmutende „ph“ erfreut das Auge mehr!
Kolofonium findet in verschiedenen Bereichen Verwendung: In der Elektronik als Aktivator und Isolator in Flussmitteln zum Weichlöten, sowohl in der Flussmittelseele im Lötdraht, im Flussmittel zum Wellenlöten und auch in Lötpasten für die SMD-Technik.
Ist das Kolophonium mit diversen Substanzen veredelt wird es auch als Bogenharz bezeichnet, da die Rosshaarbögen von Streichinstrumenten damit behandelt werden müssen, um Saitenschwingungen zu erregen. Dabei reibt man mit einem Harzstück die Bogenhaare ein.
Aus dem balsamartigen Naturharz, aus dem Stamm einer Kiefer, Tanne, Pinie, Lärche oder Fichte, wird durch Destillation Terpentinöl gewonnen. Rückstände wie Harz, Säuren und Wasser werden bis zur Verdunstung des Wassers erhitzt, sodass sich Verunreinigungen absetzen und das reine Harz abgeschöpft werden kann
Billiges Kolophonium, gefertigt aus Abfallprodukten der Papierherstellung, verhilft zwar auch zur Tonerzeugung, der Unterschied zu handgefertigten Produkten ist jedoch deutlich hörbar.
Die Verschiedenheit der verschiedenen Kolophonium (= Rosin) -Sorten liegt in der Auswahl des Rohmaterials und auch in der Vielzahl der Zusätze.
Bogenharz verbessert die Griffigkeit der Bogenhaare auf den Saiten. Eine dünne Schicht Kolophonium schließt die Unebenheiten auf der Oberfläche jedes einzelnen Haares. Die Haftkraft erhöht sich und der Bogen lässt sich geschmeidig führen.
Es wird immer wieder die Frage gestellt, welches Kolophonium wohl das Beste sei. Darauf gibt es jedoch keine einfache Antwort. Welche Sorte der Musiker wählt, hängt außer von seinem Instrument auch von seinem Tonideal und seiner Spielweise ab.
Je nach Kochtemperatur bei der Herstellung gibt es verschiedene Härtegrade, angepasst an die verschiedenen Instrumente von der Geige über Bratsche, Cello bis hin zum Kontrabass. Unterschiedliche Herstellungsverfahren und Beimengungen bestimmen den Schmelzpunkt bzw. Schmelzbereich des Kolophoniums, der sich wiederum auf die Klangeigenschaften auswirkt.
Musiker wählen ihr Kolophonium individuell, wobei Stahlsaiten eine niedrigere, Kunststoffsaiten eine mittlere und Darmsaiten eine höhere Haftkraft benötigen. Grundsätzlich gilt:
- der Geigenbogen / Violinbogen benötigt die geringste Haftkraft (härtestes Kolofonium),
- der Bratschenbogen / Violabogen, Soprangambenbogen benötigt eine geringere Haftkraft (hartes Kolofonium),
- der Cellobogen, Tenorgambenbogen, Bassgambenbogen eine mittlere Haftkraft (mittelweiches Kolofonium) und
- der Kontrabassbogen eine hohe Haftkraft (weiches Kolofonium).
Also benötigen Geigen - Stahlsaiten ein Kolophonium mit der niedrigsten und Kontrabass-Darmsaiten ein Kolophonium mit der höchsten Haftkraft.
Gutes Kolophonium sollte durchsichtig sein und sich leicht in weißlichen Staub zerreiben lassen, wobei es nicht klebrig sein darf.
Vor Anwendung einer neuen Kolophonium-Marke sollten die Bogenhaare gründlich gereinigt werden z. B. mit reinem Alkohol oder Saitenreiniger.
Um die charakteristischen Schwingungseigenschaften zu erhalten, müssen Saiten nach jedem Spiel von Kolophonium-Resten mit einem weichen, trockenen und nicht fusselnden Tuch abgerieben werden. Ebenso die Decke des Instrumentes, das Griffbrett und die Bogenstange. Hartnäckige Rückstände auf den Saiten lassen sich mit Saitenreiniger entfernen, wobei blanke Darmsaiten danach mit Saitenöl leicht eingerieben werden sollten. Bitte beachten Sie, dass der Saitenreiniger nicht mit dem Lack des Instruments in Berührung kommen sollte.
Kolophonium kann allergische Reaktionen auslösen. Wir empfehlen in diesem Fall Larsen antiallergisches Kolophoniumharz.
Wie sollte Bogenharz aufgetragen werden? Mit dem Bogen solange über das Kolophonium gleiten bis die Haare klebrig wirken. Ein Drehen des Geigenharzes während des Auftragens bewirkt die gleichmäßige Abnutzung und verhindert tiefe Rillen.
Wieviel Kolophonium soll aufgetragen werden? Lieber ein wenig mehr als zu wenig. Ist der Streichbogen nicht genügend einkolofoniert, führt dies bei den meisten Musikern zu erhöhtem Druckeinsatz. Damit geht leider das Gefühl für den Einsatz des Eigengewichts des Bogens verloren. Als Faustregel gilt: 10-12 gleichmäßige Striche über die gesamte Haarlänge für frisch gereinigte Bogen. 6-7 Striche zur Auffrischung.
Eine große Auswahl an Kolophonium finden Sie in unserem Geige-24-Shop
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| 7. Der Geigenbogen, Violabogen, Cellobogen, Kontrabassbogen |
«Le violon, c'est l'archet» ("Die Geige ist der Bogen"). Der namhafte Geiger Giovanni Battista Viotti prägte diesen Satz zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Er macht dadurch auf die herausragende Bedeutung des Bogens auf das Spiel und den Klang der Streichinstrumente aufmerksam.
Der Bogen von Streichinstrumenten besteht in der Regel aus Fernambuk-, Brasilholz (heute auch aus Karbon oder Komposit) das mit Pferdehaaren bespannt wurde. Durch Hin- und Herstreichen auf den Saiten wird eine Schwingung und somit der Ton erzeugt.
Das hintere Ende des Bogens (meist Ebenholz mit der Spannvorrichtung für die Bogenhaare) wird als Frosch bezeichnet, das vordere Ende als Spitze.
Bewegt man den Bogen auf der Saite einer Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass von der Spitze zum Frosch, wird dies als Aufstrich bezeichnet, umgekehrt als Abstrich.
Bei Gamben ist diese Strichrichtung umgekehrt. Zur Erhöhung des Reibungswiderstandes zwischen Saite und Bogen werden die Bogenhaare mit Kolophonium/Rosin eingerieben.
Ein guter Bogen zeichnet sich besonders durch die Wahl des Fernambuk - Holzes, der Balance und Festigkeit der Stange bei gleichzeitiger Elastizität aus. All diese Merkmale unterstützen den Geigenspieler bei der Erzeugung eines lebendigen und tragfähigen Tones. Die meisten Bögen werden aus Fernambuk - Holz gefertigt. Weitere Hinweise hierzu finden Sie hier!
Da ein guter Bogen für die Tonentwicklung von so großer Bedeutung ist, sollte man bei der Wahl eines Streichbogens genauso sorgfältig sein wie bei der Wahl eines Streichinstrumentes.
Was ist die beste Pflege für meinen Streichbogen? Um die Elastizität und die Spannung der Bogenstange zu erhalten wird der Bogen nach dem Spielen abgespannt /entspannt. Man entspannt die Stange so weit, dass die Bogenhaare weder straff sind noch lose hängen. Ein gutes Maß ist erreicht, wenn die Haare noch "geordnet" sind.
Ab und zu wird die Bogenstange nach dem Spiel mit einem trockenen, weichen Tuch gereinigt um hartnäckige Verunreinigungen durch Kolophoniumstaub zu vermeiden. Auch haben wir gute Erfahrungen mit Pflegeprodukten (z.B. von Hill) gemacht. Die Haare sollten beim Reinigen und Pflegen möglichst nicht angefasst werden. Sollte es dennoch einmal zu einer Verschmutzung der Rosshaare durch Fett kommen, so können Sie einfach mit reinem Alkohol gereinigt werden. Danach muss der Bogen allerdings wieder einkolophoniert werden. Manchmal reißen ein paar Bogenhaare. Das geschieht meist im Rahmen des natürlichen Verschleißes. Gerissene Haare werden abgeschnitten. Bogenhaare nicht am Ende abreißen, da sich ansonsten die abgebundenen Haare im Kästchen lösen können. Sollten die Haare allerdings büschelweise ausgehen, so lässt die meist auf einen Verarbeitungsfehler schließen (auch zu trockene Luft kann eine Ursache hierfür sein).
Je nach Spieldauer und -intensität sollten die Bogenhaare ungefähr alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden.
Die Kopfplatte schützt den Bogenkopf und übernimmt die Spannung vom Kopfkeil. Sollte die Kopfplatte beschädigt sein, muss sie zum Schutz des Bogens ersetzt werden.
Geigenbogen / Violinbogen
4/4 Größe Gesamtlänge: 74,6 cm, Länge der Stange: 73,3 cm, Spiellänge: 65 cm, Gewicht: 59-65 g,
3/4 Größe Länge der Stange: 67,3 cm,
1/2 Größe Länge der Stange: 61,3 cm,
1/4 Größe Länge der Stange: 55,3 cm,
1/8 Größe Länge der Stange: 49,3 cm,
1/16 Größe Länge der Stange: 46,3 cm
Bratschenbogen / Violabogen
Gesamtlänge mit Schraube: 75,2 cm, Länge der Stange: 73,6 cm, Gewicht: 68-75 g,
Cellobogen / Violoncellobogen
4/4 Größe Gesamtlänge: 71,8 cm, Länge der Stange 69,8 cm, Spiellänge 61,5 cm, Gewicht: 79-85 g,
3/4 Größe Länge der Stange 67,3 cm,
1/2 Größe Länge der Stange 61,7 cm,
1/4 Größe Länge der Stange 58,5 cm,
1/8 Größe Länge der Stange 53,5 cm,
1/16 Größe Länge der Stange 48,5 cm,
Bassbogen / Kontrabassbogen
Deutsche Form (auch Dresdener Form):
4/4 Größe Länge der Stange 78,0 cm,
3/4 Größe (Standardgröße) Gesamtlänge: 75,0 cm, Stangenlänge: 69,0 cm, Spiellänge: 56,0 cm, Höhe des Frosches: 5,0 cm, Höhe des Kopfes: 3,5 cm
1/2 Größe Länge der Stange 71,8 cm,
1/4 Größe Länge der Stange 69,0 cm,
Französische Form (auch Leipziger Form):
3/4 Größe (Standardgröße) Gesamtlänge: 72,0 cm, Stangenlänge: 69,7 cm, Spiellänge: 57 cm, Höhe des Kopfes: 4 cm, Höhe des Frosches: 3,2 cm
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| 8. Was versteht man unter einem Barockbogen, Klassikbogen, Gambenbogen? |
* Eine Html-Version des folgenden Textes mit Modellbildern finden Sie unter folgendem Link: http://www.geige24.com/anleitungen/barockbogen.htm
Barockbogen
Der Begriff „Barockbogen“ hat sich vor allem für Streichbögen aus der Zeit vor 1800 etabliert.
Eine genaue Form des Barockbogens kann man heute kaum bestimmen da zu den verschiedenen Stilen der Musik in Europa sehr unterschiedliche Bogenmodelle genutzt wurden.
Kurze Bögen waren im Laufe der Zeit den neuen musikalische Anforderungen nicht mehr gewachsen.
Längere Bogen machen auch lang gezogene Bindebogen und kräftigeres Spiel möglich.
Die Gewichtsunterschiede bei Barockgeigenbögen im allgemeinen sind erheblich. Die leichteren (kurzen) Bögen fangen bei 35g an, leichte längere Bögen liegen bei 52g - ca. 58g. Im Vergleich hat ein moderner Geigenbogen zwischen 60g und 65g.
Frühbarockes Modellbeispiel: Steckfroschmodell, Stange und Frosch aus Schlangenholz, für Geige und Diskantgambe, Biegung der Stange konvex
Barockes Modellbeispiel: Stange aus Fernambukholz, Frosch aus Mammut
Spätbarockes Modellbeispiel: Stange und Frosch aus Schlangenholz,
verschiedene Biegungen möglich: konkav oder im ungespannten Zustand gerade bis leicht konkav, gespannt konvex
Klassikbogen / Übergangsbogen
Der Begriff "Klassikbogen" versucht Bogenmodelle Ende des 18. Jahrhunderts zu beschreiben. Die englische Bezeichnung "transitional bow" greift das wahre Wesen der Bögen auf: Streichbögen für die Übergangszeit von Barock zu Klassik (ca 1780-1820).
Bezeichnend für Bogen dieser Zeit ist ihre eindeutige Stangenbiegung nach innen, zu den Haaren.
Es gibt folgende Kopf- bzw. Spitzenformen
Streichbogenbeispiele des späten 18. und 19. Jahrhunderts:
Cramer-Form (auch Hammerkopf genannt). Berühmte Vorbilder für diese Kopfform sind Bögen von Eward Dodd und William Forster.
Später: Cramer-Form (Hammerkopf) auch mit Kopfplatte. Berühmte Vorbilder für diese Kopfform sind Bögen von Mitgliedern der Dodd-Familie.
"Französische" Kopfform (nach Francois Tourte) bis heute
Gambenbogen
Ähnliche Fortschritte sind bei Gambenbögen zu verzeichnen. Oft finden sich große Unterschiede in der Länge und Biegung. Der Gambenbogen wird normalerweise im Untergriff gehalten. Daraus ergeben sich verschiedenartige Modelle. Es werden aber auch Cello-, Bratschen- bzw. Geigenbögen verwendet.
Wir arbeiten eng mit dem Bogenbauatelier Dörfler zusammen. Die Bogenbaumeisterfamilie Dörfler stellt seit 4 Generationen Streichbögen in meisterlicher Handarbeit her. Seit Jahren werden in der Bogenbaumeisterwerkstatt Bögen nach historischen Vorbildern geschaffen. Sie gegründen sich auf historischen Beispiele aus den 17., 18. Jahrhundert. Kunstvolles Design, hervorragendes handwerkliches Können und die Auswahl der hochwertigen Materialen basieren auf vielen Jahren der Erfahrung.
Modellwünsche sowie Materialien können in unterschiedlichsten Variationen verwendet werden. Ein paar gängige Bogenmodelle für Violine, Viola, Cello, Gambe, Viola dámore, Kontrabass (in Arbeit) finden Sie hier: Online-Shop
Gern setzen wir auch Ihre individuellen Vorstellungen um. Bitte sprechen Sie uns an. Telefon 09181 3960, E-Mail: info@geige24.com . Wir freuen uns auf Sie!
* Eine Html-Version des Textes mit Modellbildern finden Sie unter folgendem Link: http://www.geige24.com/anleitungen/barockbogen.htm
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| 9. Was ist eine alte Geige wert? |
Wonach richtet sich der Kaufpreis einer alten Geige?
Bevor diese Frage näher erörtert werden soll, könnte man noch eine andere, auf den ersten Blick ähnliche Frage stellen: Wonach richtet sich der "Wert" einer Geige?
Für einen Musiker kann eine bestimmte Geige einen erheblichen Wert haben, der sich wenig oder gar nicht in finanziellen Einheiten ausdrücken lässt. Er mag den Wert nach dem Klang des Instrumentes bemessen. Oder weil ihm die Geige aufgrund der Form, der Abmessung oder sonstiger baulicher Gegebenheiten besonders gut liegt. Weil sie seinem individuellen Spielstil am besten unterstützt. Weil sie ihn inspiriert.
Für einen Sammler mag der Wert einer Geige in ihrer Einzigartigkeit oder Seltenheit begründet liegen. Oder aber in der Bedeutung, die eine bestimmte Geige für seine Sammlung hat (wenn er z. B. einen bestimmten Sammel-Schwerpunkt hat usw.).
Für einen wissenschaftlich arbeitenden Leiter einer musealen Instrumentensammlung ist ein Instrument, das im Originalzustand ist (mit originalen Wirbeln, Bassbalken usw.) von großem Wert. Für Musiker und Sammler unbrauchbar bzw. uninteressant, zählt es in einem Museum zu einem der kunsthistorischen Schätze.
Für all diese Gegebenheiten kann sich der "Wert" einer Geige subjektiv ermessen lassen. Spiegelt sich dieser Wert jedoch stets im Preis wider, den man am Markt erzielen kann?
Preisfindung bei einer alten Geige
Aus allen oben genannten Ambitionen, denen der Sammler, der Musiker, der Wissenschaftler usw. ergibt es sich ein Marktwerk. Das heißt, das Interesse (wenn auch unterschiedlicher Natur) an einem Instrument erhöht dessen finanziellen Wert oder Preis.
Preisbestimmend dabei ist in erster Linie wer das Instrument gebaut hat bzw. dessen Ruf oder Wertschätzung als Geigenbauer; dann der Zustand des Instrumentes in Abhängigkeit seines Alters und dann sein musikalischer Wert. Wobei letzteres bei der Erstellung einer Expertise keine Bedeutung hat, wie weiter unten noch erklärt wird. Weitere Faktoren sind: künstlerische Aspekte, Schönheit und die Vergangenheit der Geige (wer hat sie bis jetzt gespielt). Einigen Geigenbauern ist es gelungen, nicht nur ansprechende Musikinstrumente zu schaffen, sonder sie durch die Formgebung, Proportion und Gesamtkonzeption in den Bereich der Kunst zu erheben. Modelle, die keinen nennenswerten künstlerischen Anspruch haben, können dennoch sehr "schön" sein. Eine Geige, die beispielsweise von Yehudi Menuhin oder Paganini gespielt worden ist, dürfte auch ein Mehr an Aufmerksamkeit erfahren. Natürlich gibt es auch Instrumente, die all diese Ansprüche auf einmal vereinen und deshalb in der heutigen Zeit mit astronomischen Summen bedacht werden.
Die Herkunft kann von einem Fachmann beurteilt werden. Diese Bestätigung ist nicht absolut, sondern basiert auf Erfahrung und Wissen des Experten. Hier ist es ähnlich wie mit der Geige selbst: So wie der Wert der Geige vom Ruf des Erbauers abhängt, so hängt der Wert einer Expertise vom Ruf des Experten ab. Beispielsweise ist die Einschätzung eines Hill / London über die Echtheit eines alten Cremoneser Instruments von Stradivari, Bergonzi, Amati usw. unvergleichlich mehr wert, als die von XY.
Ich habe es schon des Öfteren erlebt, das namhafte Experten, sich nicht festlegen können und wollen, weil sie mit den Instrumenten eines infrage kommendes Erbauers nicht so gut vertraut sind. Dies ist kein Mangel an Qualifikation, sondern zeigt zum einen die Komplexität des Problems und zum anderen die Ehrlichkeit des Experten. Vorsicht ist bei (selbsternannten) Experten angebracht, die scheinbar die Werke aller ca. 10.000 Geigenbauer der letzten Jahrhunderte in kurzer Zeit identifizieren können.
Auch in der Geigenkennerschaft haben sich Spezialisten herausgebildet. Jemand, der sich mit deutschen Geigen sehr gut auskennt, muss nicht unbedingt auch Fachmann für italienische Geigen sein. Ein guter Geigenbauer muss nicht zwangsläufig ein guter Kenner alter Geigen sein. Es kommt letztlich darauf an, wie viele und welche Instrumente man die Gelegenheit hatte, zu studieren. Händler und Reparateure haben oft mehr Möglichkeiten sich dieses Wissen anzueignen. Die Sammlung entsprechender Referenzinstrumente ist sehr aufwändig, aber unter Umständen nötig, um wahre Kennerschaft zu erlangen.
Will man also den optimalen Preis für sein Instrument erzielen, ist eine anerkannte Expertise sicherlich empfehlenswert. Oder in anderen Worten wird sie dabei helfen, das Instrument entsprechend seines finanziellen Marktwertes am Markt auch angemessen platzieren zu können. Sie ist aber noch kein Garant dafür, diesen Preis auch erzielen zu können.
Reparaturen und Beschädigungen, Risse und Ähnliches werden wie bereits erwähnt, den Preis beeinflussen. Hierbei kann man beobachten, dass Beschädigungen und Reparaturen "wertvollen" Instrumenten im Preis nicht so sehr schaden wie durchschnittlichen Instrumenten. So gilt ein gut reparierter Stimmriss bei einem namhaften Instrument als guter Zustand. Derselbe Makel kann einer gut klingenden Manufakturgeige einen großen Teil ihres finanziellen Wertes rauben. Natürlich spielt hier auch das Alter eines Instrumentes eine Rolle. Bei einer sehr alten Geige ist davon auszugehen, dass sie schon viele Reparaturen "erlebt" hat. Daher fällt hier ein Riss mehr oder weniger nicht so sehr ins Gewicht, wie bei einem Instrument, das erstmalig einen Schaden aufweist und nicht so alt ist. Weitere Informationen über die Wertminderung bei bestimmten Schäden finden Sie hier: Die wert- und tonmindernden Schäden alter Instrumente.
Auch an dieser Stelle nochmals der Kerngedanke: Eine Geige ist soviel wert, wie jemand bereit ist dafür zu bezahlen. Man kann also noch so viele Preisvorstellungen auf einem Papier oder im Kopf haben, wenn der Markt nicht bereit ist, diese anzunehmen, so bleibt dies nur ein Preiswunsch.
Der Marktwert einer Geige wird daher in erster Linie von Sammlern und Händlern beeinflusst. Durch das Interesse dieser beiden Gruppen entstehen Preise, die zum Teil weit über den musikalischen Wert hinausgehen. Dieses Tatsache mag sich für manchen Berufsmusiker insofern negativ auswirken, weil er aufgrund begrenzter finanzieller Mittel nicht an die Instrumente gelangt, die er eigentlich zur Ausübung seiner Kunst brauchen würde.
Das soll nun nicht heißen, dass der Musiker keinen Einfluss auf den Geigenmarkt hat. Nur bei der Beurteilung des Marktwertes von Instrumenten ist es im Prinzip unmöglich, auf das musikalische Potenzial einzugehen. Der Klang einer Geige hängt von sehr vielen Faktoren ab: der Besaitung, dem Steg, der Stimme, dem Bassbalken (und der Relation all dieser Dinge zueinander) und nicht zuletzt vom Spieler selbst. Wie will man nun diesen höchst variablen Gegebenheiten bei der Wert- bzw. Preiseinschätzung eines Instrumentes Rechnung tragen? Das wäre unmöglich. So geht man eben davon aus, dass eine gute Geige von einem namhaften Hersteller in gutem Zustand und unter der Voraussetzung dass sie richtig eingestellt ist gut klingen wird.
Interessant ist auch folgende Beobachtung: Spitzeninstrumente klingen durch unterschiedliche Spieler auch unterschiedlich, während durchschnittliche Instrumente eher gleich klingen, obwohl unterschiedliche Spieler am Werke sind. Dies hängt damit zusammen, dass die Spitzeninstrumente eher in der Lage sind, die Nuancen unterschiedlicher Spielweise aufzunehmen und wiederzugeben. Dies nur noch als weiterer Aspekt, wie schwer es wäre, bei der Preisfindung durch eine Expertise den musikalischen Wert mit einzubeziehen.
Weitere Informationen finden Sie auch unter folgendem Link im Geige24-Forum - Was ist meine Geige wert? (http://www.geige24.com/wbb2/board.php?boardid=6)
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| 10. Was tun bei Geigen mit Stradivari - oder Stainer - Zettel? |
Wertermittlung bei Streichinstrumenten (Informationen für den interessierten Laien)
Viele Diskussionsforen sind gefüllt mit Fragen wie: Ich habe eine Geige mit Zettel "Antonius Stradivarius..." oder "Jacobus Stainer..." usw. - wie kann ich herausfinden was meine Geige wert ist? Diese Namen entfachen in der Tat das Interesse, da sich herumgesprochen hat, das deren Instrumente sehr hoch gehandelt werden.
Bevor sie weiter lesen: ein endgültiges Urteil kann nur ein Fachmann abgeben, der ihr Instrument in Händen hatte. Ziel dieser Informationen ist es lediglich, einige Denkanregungen zum Thema zu geben.
Weitere Namen die oft auftauchen: Guarneri, Amati, Klotz, Gasparo da Salo, Giovanni Paolo Maggini, Tecchler. Für diese Namen gilt analog was unter Stradivari und Stainer erklärt wird.
Sie können auch gerne in unserem Forum Bilder ihrer Geige zeigen um eine erste unverbindliche Einschätzung zu erhalten.
Allgemeines
Am Zuverlässigsten und Einfachsten ist, sich eine mündliche Einschätzung eines vereidigten Sachverständigen oder eines kundigen Geigenbauers oder Händlers einzuholen. Eine telefonische Wertschätzung funktioniert leider nicht zufrieden stellend, daher ist notwendig, das Instrument zu zeigen.
Wenn man eine Wertangabe für z. B. eine Versicherung benötigt, dann sollte man von einem vereidigten Sachverständigen ein Wertgutachten anfertigen lassen. Dies kostet in der Regel zwischen 3 - 5 % des geschätzten Wertes. Der Wert ist dann als Wiederbeschaffungswert zu verstehen. Dies bedeutet nicht, dass man diesen Preis auch ohne Weiteres am Markt erzielen kann.
Adressen von vereidigten Sachverständigen im Geigenbauerhandwerk finden Sie z. B. unter http://www.miz.org/index.php. Sie brauchen in die Suche auf der Hauptseite nur die Wörter "Sachverständiger" und "Geigenbau" einzugeben. Sogleich finden Sie einige Namen von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Sollte in Ihrer Nähe keiner zu finden sein, so könnte man noch bei der örtlichen Handwerkskammer nachfragen, wer in der Region als vereidigter Sachverständiger des Geigenbauhandwerks tätig ist.
Wenn ihnen ein Sachverständiger sagt, dass er nicht in der Lage ist, etwas zu Herkunft und Wert ihres Instrumentes zu sagen, so zeugt dies nicht von mangelnder Kompetenz. Ein verantwortungsvoller Experte wird sich nur verbindlich zu Instrumenten äußern, die auch in seinem Erfahrungsbereich liegen.
Neue Streichinstrumente
Gemeint sind Instrumente von lebenden Geigenbauern. Hier ist es am einfachsten, direkt vom Erbauer Informationen oder Preislisten über die gegenwärtigen Verkaufspreise einzuholen.
So hat man einen Anhaltspunkt für einen etwaigen Verkauf. Bitte beachten sie aber: Dies bedeutet nicht, dass man diesen Preis auch am Markt erzielt - denn auch hier gilt der alte Grundsatz: eine Geige ist soviel Wert, wie einem jemand dafür gibt...
Instrumente mit Stradivari - Zettel
Immer wieder taucht die Frage auf, ob es heute noch möglich ist, auf irgendeinem Dachboden eine unentdeckte Stradivari zu finden. Theoretisch mag dies möglich sein, ist aber sehr unwahrscheinlich.
Es kann aufregend und spannend sein, eine Geige mit einem "Stradivari" - Zettel zu finden. Bevor man hier versucht ist, einen Sachverständigen aufzusuchen einige Hinweise im Vorfeld:
Es gibt in Deutschland Zigtausende von Geigen mit solch einem Zettel. Es wurden in Böhmen, Sachsen und anderswo gerne solche Zettel eingeklebt. Teils um sich mit dem berühmten Namen zu schmücken, oder weil es sich um eine Instrument handelt, das mehr oder weniger in Anlehnung an Stradivaris Modell gebaut wurde.
Solch ein Instrument kann von ca. 100 Euro bis einige tausend Euro wert sein. Dies ergibt sich dann aber aus der Qualität des Streichinstrumentes bzw. dessen tatsächliche Herkunft, nicht aber aufgrund des Zettels.
Vielleicht ist es auch möglich, einige Informationen zu beschafften, wer das Instrument früher gespielt hat. Ist es aufgrund dieser Informationen wahrscheinlich, das es sich um ein hochwertiges Instrument handelt (beispielsweise wenn der Großvater Berufsmusiker war)? Oder wurde es von irgendeinem Vorfahren mal zum Ausprobieren oder Lernen angeschafft?
Wohlgemerkt, diese Fragen klären nicht den Wert des Instrumentes. Aber sie können eine Entscheidungshilfe sein, ob man sich auf den Weg zu einem Sachverständigen macht. Sollte man sich dazu entschließen, dann bitte nicht allzu traurig sein, wenn es sich eher um eine einfache Geige handelt. Vielleicht findet sich in der Familie jemand, der Lust hat, darauf zu lernen...
Informationen zu Stradivari:
Es gab drei berühmte Geigenbauer mit diesem Namen:
1. Antonius Stradivarius, geboren ca. 1644 in Cremona, gestorben 1737 in Cremona.
2. Francesco Stradivarius (Sohn von 1.) geboren 1671, gestorben 1743.
3. Omobono Stradivarius (Sohn von 1.) geboren 1679, gestorben 1742.
Sollte das Baujahr auf dem Zettel ihrer Violine nicht mit der tatsächlichen Lebenszeit übereinstimmen, so sollte einem das zu denken geben. Oft finden sich auf nachgeahmten Stradivari Zetteln Schreibweisen, die darauf deuten, dass der Verfasser des Textes die Namen wie z. B. Cremona oder Stradivari nur aus dem Hörensagen kannte.
Beispiele für echte Stradivari - Zettel:
Weitere Informationen über die Stradivari-Werkstatt
Instrumente mit Stainer - Zettel
Ebenso wie bei Stradivari gibt es auch zigtausende Geigen mit einem Stainer - Zettel. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn er hat ein eigenes Violin-Modell geschafften, das den Geigenbau in Deutschland und Österreich, ja sogar in England, Frankreich und Italien lange Zeit geprägt hat. Stainers Instrumente waren sogar bekannter, teurer und berühmter als diejenigen Stradivaris. Bach, Beethoven und Mozart sollen Geigen von ihm besessen und geliebt haben. Dies lag daran, dass Stainer wie kein anderer den Klanggeschmack seiner Zeitgenossen getroffen hat.
Heute werden seine Instrumente hauptsächlich von Sammlern begehrt, da sie sich für den gegenwärtigen Konzertbetrieb nicht so gut eignen. Dennoch werden seine Werke bis zu 150.000 Euro gehandelt. Demnach wäre der Fund einer echten Stainer schon eine feine Sache.
Aufgrund der Beliebtheit Stainers wurden viele der im 19. Jahrhundert industriell gefertigten Instrumente nach seinem Modell in unterschiedlicher Qualität gebaut und mit gedruckten Stainer - Zetteln versehen. Diese weisen jedoch lediglich auf das verwendete Modell hin.
Deshalb bitte auch hier nicht zu enttäuscht sein, wenn es sich nicht um eine echte Stainer - Geige handelt. Ihre Geige kann trotzdem von ca. 100 Euro bis einige tausend Euro wert sein.
Informationen zu Jacobus Stainer:
geboren 1617 oder vor 1617 in Absam, gestorben 1683 in Absam.
Sollte das Baujahr auf dem Zettel ihrer Violine nicht mit der tatsächlichen Lebenszeit übereinstimmen, so sollte einem das zu denken geben.
Beispiel für einen echten Stainer - Zettel:
Jacobus Stainer verwendete handgeschriebene wie auch gedruckte Zettel. Nach 1665 aber nur noch handgeschriebene.
Weitere Infos über Jacobus Stainer finden Sie hier: http://www.geige24.com/italienische-streichinstrumente/jacobus-stainer.htm
Geigen-Ratgeber: Abbildungen echter Stradivari und Stainer Zettel (http://www.geige24.com/geige-24-tipp/dachbodenfund-stradivari-stainer.htm)
Weitere Informationen finden Sie auch hier - Thema "Echt oder Falsch" (http://www.geige24.com/geige-24-tipp/geige-echt-falsch.htm)
Grundsätzliches zur Preisfindung bei Streichinstrumenten finden Sie unter folgendem Link: http://www.geige24.com/geige-24-tipp/geige-wert.htm
Weitere Informationen finden Sie auch unter folgendem Link im Geige24-Forum - Was ist meine Geige wert? (http://www.geige24.com/wbb2/board.php?boardid=6)
Thema "Wonach richtet sich der Wert einer alten Geige"
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